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Die Luft ist rein
Mikrochips werden immer kleiner, können immer mehr Informationen
speichern beziehungsweise verarbeiten und sie sind sensibel: Bei ihrer
Herstellung ist strengste Sterilität oberstes Gebot. Möglich
wird dies durch spezielle Reinräume mit Hightech-Böden aus
PVC.
Herzschrittmacher, Roboter, Telefone, Sicherheitsanlagen - sie alle
werden mit kleinen Halbleitern der "Austria Mikro Systeme"(AMS)
betrieben. Selbst die NASA gehörte zu den Kunden des österreichischen
Herstellers: Zwei AMS-Chips flogen mit der Mission "Polar Lander"
zur Wassersuche auf den Mars, sie waren für die Energieversorgung
der Analysegeräte zuständig. "Um die steigende Zahl
an Informationen auf so kleinem Raum verarbeiten zu können, liegen
auf den Chips immer kleinere Leitungen immer enger nebeneinander.
Das bedeutet aber auch, dass jede noch so winzige Verunreinigung weit
mehr Schaden anrichten kann als früher", erklärt Thomas
Schwarzl von AMS. "In den Reinräumen, in denen unsere Chips
hergestellt werden, herrschen strengere Hygienebestimmungen als in
einem Operationssaal."
Schon ein winziges Staubkörnchen oder eine einzige Bakterie
können das komplizierte Innenleben eines Halbleiters zerstören.
Deshalb müssen in den Hightech-Reinräumen alle Oberflächen
und auch die Luft komplett keim- und staubfrei sein. Ein nahezu
unmögliches Unterfangen - es sei denn, man setzt "ableitfähige
Böden" ein. Das sind elektrisch aufgeladene Böden,
die etwaige in der Luft umhertanzende Partikel anziehen und fest
an sich binden. Diese Hightech-Böden bestehen in der Regel
aus einer leitfähigen PVC-Schicht, die auf Druckgußplatten
aus Aluminium aufgebracht ist.
"Dieser PVC-Boden ist etwas ganz Besonderes", sagt Rudolf
Holba von Forbo-Contel, einem Marktführer im Bereich der Hightech-PVC-Böden.
"Wir nehmen dazu PVC-Bahnen, zerhacken sie in kleine Stücke
und baden diese dann in einer Emulsion aus Grafit, Kohlenstoff und
einigen weiteren Zutaten, die ich aber nicht verraten darf."
Danach werden die PVC-Stückchen getrocknet und in mehreren
Verfahrensstufen zusammengepresst, bis ein etwa zwei Zentimeter
dicker Block entsteht, von dem die Bodenfliesen in der benötigen
Dicke heruntergeschnitten werden. "Wir verwenden PVC, weil
nur mit diesem Kunststoff zu 100 Prozent garantiert werden kann,
dass der Boden leitfähig ist", so Holba. "Außerdem
ist PVC säurebeständig, langlebig, verschleissfest und
- was für den Einsatz in Reinräumen besonders wichtig
ist - es kommt zu keinerlei nachweisbaren Emissionen." Der
Boden ist durch das mehrmalige Zusammenpressen so hoch verdichtet,
dass ihm auch ein Befahren mit schweren Lasten und harten Rädern
nichts anhaben kann. Und wie sieht es mit der Wiederverwertung aus?
"Selbstverständlich ist dieser Boden rezyklierbar",
sagt Holba. "Wir verarbeiten auch die Produktionsabfälle."
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